Dreiländertagung der freiberuflichen Vermessungsingenieure
Vom 18. bis zum 21. Juni fand im Nordosten der Schweiz, in Bad Ragaz, das Dreiländertreffen der freiberuflichen Geodäten der Schweiz, Österreichs und Deutschlands statt. Über die Grenzen sollte geschaut werden, um sich mit dem Berufsfeld und der Bedeutung von Geoinformationen in den Nachbarländern auseinander zu setzen. Mit diesen Worten definierte Hans-Urs Ackermann als Präsident des gastgebenden Vereins der Ingenieurgeometer der Schweiz (IGS) die Ziele des Kongresses. Hans Polly, Obmann der Bundesfachgruppe Vermessungswesen schloss sich diesen Wünschen an und beschwor neue Initiativen und fruchtbare Partnerschaften zum Wohle des Berufsstandes.
BDVI-Präsident Volkmar Teetzmann stellte in seinem Grußwort an die Kongressteilnehmer den Bogenschlag zwischen dem Suchen nach technischen Neuerungen und den wertkonservativen Anforderungen an den Berufsstand des hoheitlich beliehenen Geodäten heraus.
Für die drei Tage wurde ein enges und fachlich interessantes Programm organisiert: Präsidiumssitzung der teilnehmenden Verbände am Mittwoch, Mitgliederversammlungen am Donnerstag, Fachvorträge, Messe Markt der Möglichkeiten und abschließendes Festbankett am Freitag.
Der BDVI-Mitgliederversammlung wurde Rechenschaft über die Tätigkeiten des Präsidiums und der Kommissionen des BDVI abgelegt. Bei der anschließenden Wahl wurde das alte Präsidium im Amt bestätigt. Für den ausscheidenden Michael Rohardt ist kein neues Präsidiumsmitglied benannt worden. Weiteres ist dem Protokoll der Mitgliederversammlung sowie dem der Präsidiumssitzung zu entnehmen.
Besondere Beachtung fand der Festvortrag des FIG-Präsidenten Univ. Prof. Holger Magel. Er forderte die freiberuflichen Geodäten auf, sich als “sattelfest spezialisierte Generalisten!“ zu verstehen. Nicht hochgezüchtetes Spezialwissen sei gefragt, sondern umfassende Kompetenz in Fragen des Bodenmanagements, der Infrastrukturplanung und bei Umweltaspekten. Mit dieser Forderung traf Professor Magel bei den anwesenden auf offene Ohren und die Diskussionen gingen auch nach dem Vortrag noch lebhaft weiter, verstehen sich die meisten der freiberuflichen Geodäten doch als eben diese Universalfachleute in Sachen Grund und Boden. Bei der Führung eines wirtschaftlich orientierten Vermessungsbüros und den damit verbundenen, immer deutlicher notwendig werdenden Reaktionen auf den Markt müsse man sich von „zu viel Spezialwissen“ trennen und komplexe Lösungssysteme anbieten. Der Festvortrag erfüllte somit sein Ziel, aufzurütteln und die Leute miteinander ins Gespräch zu bringen. Beim anschließenden Besuch der Messe „Markt der Möglichkeiten“ wurde diesbezüglich vielfach angeregt geredet und manchmal auch gestritten.
Die Dreiländertagung fand in malerischer Kulisse statt. In der Ferienregion „Heidiland“ (Johanna Spyri schrieb etwa 20km von Bad Ragaz entfernt die weltbekannten Kinderbücher um Heidi, Ziegenpeter und Co), war die Veranstaltung eingebettet in grüne Wiesen und schneebedeckten Bergen. Das Rahmenprogramm führte oft in die bergige Region, ob bei der Fahrt mit dem Schluchtenbus in das alte Bad Pfäfers oder bei der Besichtigung des Versuchsstollens Hagerbach. Nicht zuletzt dem großen Engagement des örtlichen Organisationskomitees war es zu verdanken, dass die Dreiländertagung 2005 in Bad Ragaz neben allen fachlichen Aspekten vor allem eines war: Ein freundschaftliches Zusammentreffen von Berufskollegen dreier Länder in wundervoller Umgebung und bei (fast immer) schönem Wetter. Fachlich und menschlich eine rundum gelungene Veranstaltung.
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