Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure e.V. (BDVI)
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30.05.2018 | BDVI-Kongress 2018 zu »Technologisierung, Digitalisierung, Wandel«

BDVI-Präsident Michael Zurhorst

BDVI-Präsident Michael Zurhorst

Der Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI) wirft im niedersächsischen Lüneburg einen Blick auf Bedeutung und Nutzen Geodätischer Expertise für Gesellschaft und Wirtschaft und die Chancen und Herausforderungen einer zunehmenden Digitalisierung und Technologisierung.

Unter dem Motto »Technologisierung, Digitalisierung, Wandel« haben vom 24. bis 26. Mai 2018 etwa 200 Vertreter aus Freiem Beruf, Verwaltung, Wirtschaft und Politik in Lüneburg getagt. Drei Themen, die nicht nur gesellschaftlich von hoher Bedeutung sind, sondern auch die Geodäten im Allgemeinen und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI) im Besonderen betreffen. 

GEODÄTEN ALS TRIEBFEDER DER DIGITALISIERUNG

„Geodäten sind quasi Erfinder der Digitalisierung“, so BDVI-Präsident Michael Zurhorst: „Die ersten Zuse–Rechner nach dem zweiten Weltkrieg wurden auch für die Digitalisierung der Flurbereinigungsarbeiten verwendet. Die zunehmenden Rechnerkapazitäten wurden sehr früh und sehr intensiv für geodätische Aufgaben verwendet. Das heutige digitale Liegenschaftskataster ALKIS ist eine führende technologische Entwicklung in digitalisierten Registern.“ 

Clemens Kiepke, Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen des BDVI, betonte, dass „Geodäten immer an der Spitze innovativer Entwicklungen standen. Im Vermessungswesen wurde zu jeder Zeit das technisch mögliche umgesetzt. Denn eindeutige Grenzen definieren sich durch Technik und Recht - zuverlässige und kontrollierte Vermessungen sowie rechtlich eindeutiges Verwaltungshandeln.“   

Stefan Muhle, Staatssekretär für Digitalisierung im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, hob nicht nur die Bedeutung der Digitalisierung in seinem Bundesland, sondern auch die Bedeutung der ÖbVI für dieses Thema hervor. 

REFORM DER GRUNDSTEUER: NUR MIT GEODÄTISCHER EXPERTISE

Dass Geodäten im digitalen Zeitalter die Basis für Problemlösungen liefern können, zeige sich bei der jüngsten Debatte um die Reform der Grundsteuer, so BDVI-Präsident Zurhorst. Sowohl für ein reines Flächenmodell als auch für ein wertbezogenes Flächenmodell gäbe es Lösungen: zum einen in Form eines flächendeckenden Nachweises im Kataster, zum anderen durch zonierte Bodenrichtwertkarten für Grundsteuerzwecke. Zwar seien diese noch nicht flächendeckend verfügbar, aber mit geeigneten Mitteln und im Rahmen der gesetzten Fristen bundesweit realisierbar. „Geodäten haben die Bewertungsexpertise, um passende Erhebungs- bzw. Bewertungsmodelle zu liefern und die digitale Verfügbarkeit von Massendaten zu organisieren. Wir Geodäten stehen der Politik als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung“, so Zurhorst. 

GEODÄSIE ALS BEITRAG ZUR DIGITALISIERUNG DER BAUWIRTSCHAFT

Ekkehard Matthias vom Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg zeigte anhand von Praxisbeispielen auf, welche fundamentale Rolle das Thema Vermessung beim digitalen Planen und Bauen im Kontext Building Information Modelling (BIM) und z.B. einem digitalen Bauantrag spielt. Der BDVI bringt sich als Gesellschafter der planenbauen 4.0 GmbH intensiv bei diesen Themen ein, die Plattform soll maßgeblich dazu beitragen, dass modernstes Digitales Bauen in allen Bereichen zum Standard wird. 

INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT

Über Parallelen und Unterschiede zwischen der Arbeit der Berufskollegen in Deutschland und Russland referierte Vladimir Tikhonov von der Russischen Assoziation der Katasteringenieure. Die russischen Berufskollegen sind sehr an einem intensiven fachlichen Austausch und Knowledge-Transfer interessiert. Russland steht vor der Herausforderung, in dem riesigen Land ein Kataster hoher Qualität und Flächendeckung umzusetzen und zu pflegen. Der BDVI hat zu diesem Zweck im vergangenen Herbst eine Kooperation mit seinen russischen Partnern vereinbart. 

EU-DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG (DSGVO)

Das Thema Datenschutz hat für ÖbVI schon immer höchste Bedeutung und Priorität. Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die während des Kongresses in Kraft trat, bot dem Vizepräsidenten der Bundesingenieurkammer, Dr. Hubertus Brauer (ÖbVI), Anlass, zum Ausklang des BDVI-Kongresses 2018 einen Blick auf die praktische Umsetzung im ÖbVI-Büro zu werfen und den Kongress so fachlich abzurunden. 

Der BDVI-Kongress 2019 wird vom 13. bis 15. Juni 2019 in Erfurt stattfinden. 

 

Der BDVI

Der BDVI e.V. ist die Berufsvertretung von ca. 1.200 Öffentlich bestellten Vermessungs-ingenieuren (ÖbVI) in Deutschland. ÖbVI sind mit hoheitlichen Aufgaben beliehene Freiberufler; sie sind damit Behörden in funktionalem Sinne und nehmen als solche staatlichen Aufgaben wahr. Sie sind befugt, hoheitliche Vermessungen für das Kataster auszuführen, Beurkundungen von Sachverhalten rund um das Grundstück vorzunehmen sowie Bescheinigungen mit öffentlichem Glauben auszustellen. ÖbVI sind zudem ausgewiesene Fachleute auf den Gebieten des Bau-, Boden- und Planungsrechts; führen Bodenordnungsverfahren zur Baulandbereitstellung durch und sind Fachleute im Bereich der Immobilienbewertung. 

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